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CAMOCIO, GIOVANNI FRANCESCO: MAKARSKA

CAMOCIO, GIOVANNI FRANCESCO: MAKARSKA

Inventarnummer 510
Originaltitel: Fortezza di Macarsca
Erscheinungsjahr: 1571
Erscheinungsort und Herausgeber: Venezia
Format: 17,9 x 23,2 cm
Technik: Kupferstich

Dies ist eine detaillierte Panoramakarte von Makarska mit einem kartografischen Plan des Hafens und einer Panoramaansicht des Hinterlandes bis zum Biokovo-Gebirge hin (Monti aprissimi et dirupialtissimi). Camocio hat sehr kleine Details der Verteidigungsanlagen, einschließlich des Wassergrabens in Richtung der Halbinsel Sv. Petar (Pantano coperto di acqua) dargestellt. Besonders wichtig ist die Anmerkung in dem nordwestlichen, mehrere Kilometer langen Steinstrand (Riuiera della Craina). Hier ist nämlich der alte Name von Makarska, der sich auch auf älteren Karten befindet, bezeichnet. Angeführt ist auch der alte Name von Podbiokovlje (Villa macari). Im Verhältnis zu den anderen Teilen der Karte ist die Darstellung der Stadt in Form eines Dreiecks, zum Meer hin orientiert und geschützt an beiden Seiten durch eine Stadtmauer, überdimensioniert. An den Ecken befinden sich massive viereckige Türme. In der Vorstadt befinden sich Felder, (Obst-) Gärten, umfasst von Mauern, entlang des Flusses Mühlen und auf der südwestlichen Seite befindet sich das Franziskanerkloster  (Monas. d frati de santo Franc.). Um die Stadt sind die militärischen Anlagen zum Zeitpunkt der Schlacht und vor der Zerstörung des Franziskanerklosters dargestellt. Im Hafen befinden sich eine größere Zahl an Kriegsgaleeren und kleineren Segelschiffen. Diese Details begründen die Bedeutung des Hafens in den venezianisch-osmanischen Auseinandersetzungen, nach denen Makarska im Jahr 1684 unter venezianische Verwaltung gebracht wurde. In der rechten oberen Ecke befindet sich eine reichlich verzierte Renaissancekartusche mit einer Beschreibung der Stadt und seiner Umgebung.  Am Ende des Textes ist als Autor G. F. Camocio angeführt. Üblicherweise hat ein Autor Karten, die er selber ergänzt hat, wie dies wahrscheinlich hier der Fall war, unterschrieben. Aufgrund des hohen Detaillierungsgrades und der präzisen Angaben kann die Autorenschaft für diese Karte oder zumindest eine Beteilung an ihr, teilweise Natale Bonifacic, einem Kupferstecher auch Šibenik, der an der Arbeit am Atlas Isole famose.... beteiligt war, zugesprochen werden. Am rechten unteren Kartenrand befindet sich die Bezeichnung der Platte 13. 

CAMOCIO, GIOVANNI FRANCESCO
CAMOCIO, GIOVANNI FRANCESCO (Camocius, Camotio, Cametti, Gioan, Joan Francisco) war ein venezianischer Kartograph, Herausgeber und Händler, seine aktivste Zeit war zwischen 1558 und 1575. Im Jahr 1552 erhielt er in Venedig die Lizenz als Buchhändler und Herausgeber mit der Bezeichnung Al segno della Pyramide. In seiner Kupferplattenwerkstatt wurden Karten und Veduten hergestellt, die er als Herausgeber mit apresso oder apud G.F. Camocio cum privilegio unterzeichnet hat. Die fruchtbarste Zeit in den 50er bis 70er Jahren des 16. Jahrhunderts markiert insbesondere in Italien den Höhepunkt bei der Herausgabe von Isolaren. Dabei handelt es sich um praktische und perspektifische Darstellungen einzelner Städte und Häfen, meist in kleinerem Maßstab und als Kupferstich ausgearbeitet. Diese Darstellung der Küsten sowie des Binnenlandes sind, im Gegensatz zu den früheren Portulanen, Ergebnis besonderer Landvermessungsarbeiten. Zusammen mit G. Rosaccio, G. Franco und S. Pinargenti war Camocio der namhafteste Vertreter dieser Tradition. Ihn hat insbesondere auch die östliche Adria, wo er seine Quellen und Topographen hatte, sehr interessiert und er hat somit mehrere Karten zu den kroatischen Gebieten ausgearbeitet. Seine bekanntesten Arbeiten sind Lombardia Atlantic aus dem Jahr 1560, welche er mit Forlani erstellt hat, weiters Dalmatia und Friaul, 1563, Isole Famose, 1563 und 1564, Griechenland, Italien und Neapel, alle 1566, Venedig, 1571 und Europa, 1579. Seine Kupferplatten wurden von Donato Bertelli übernommen. In dieser Zeit wurden die Platten verebt, verkauft oder übernommen und die Informationen auf diesen wurde oft zwischen den Kartographen und Herausgebern getauscht. Die bekanntesten Darstellungen unserer Gebiete sind Nova dissegno della Dalmatia et Crovatia, 1566, Istrien, 1569, und eine Vielzahl von ihm unterschriebener Karten im Isolar Isole famose, porti, fortezze e terre maritimme aus den Jahren 1571 und 1574 wobei hier nicht alle Karten seine Arbeiten sind. Auf ca. 20 Karten oder Veduten werden Gebiete des heutigen Kroatien dargestellt wobei er nur wenige selber unterschrieben hat, die er eigenständig verbessert oder mit einigen neuen Information versehen überarbeitet hat. Auf Grundlage seiner Karten von Dalmatien und Istrien kann geschlossen werden, dass ihm für bestimmte Gebiete qualitativ hochwertige Vorlagen oder Daten zur Verfügung standen, wie etwa die Karte von Istrien von Coppo aus dem Jahr 1525 während für andere Gebiete dies nicht der Fall war. Er hat auch die Arbeiten heimischer Kartographen veröffentlicht, etwa von Natale Bonifacius und Martin Rota, von denen er nachweislich kartographische Informationen für seine eigenen Arbeiten genutzt hat. Offensichtlich hat er gewissenhaft bewertet, welche Angaben er übernehmen wird und welche nicht, sodaß er auch einige öfters dargestellte Fehler korrigiert hat.
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