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CAMOCIO, GIOVANNI FRANCESCO: INSEL HVAR

CAMOCIO, GIOVANNI FRANCESCO: INSEL HVAR

Inventarnummer 507
Originaltitel: Liesena
Erscheinungsjahr: 1571
Erscheinungsort und Herausgeber: Venezia
Format: 16x21,3 cm
Technik: Kupferstich

Diese Darstellung aus der Vogelperspektive zeigt eine Panoramaansicht der Insel Hvar  (Liesena), dem wichtigsten venezianischen Kriegshafen in der östlichen Adria. Die Umrisse der Insel sind dahingehend verändert, dass sie in ihrer ost-westlichen Länge verkürzt und ihrer nörd-südlichen Breite erweitert dargestellt wurde. Aus diesem Grund ist auch die Darstellung der langen Bucht von Stari Grad und eine genaue Positionierung der nördlich gelegenen Inseln vernachlässigt. Die Orte Hvar (Liesena), Starigrad (Liesna vechia), Vrbovska (Barloscha)  und Jelsa (Gelsa) sind bezeichnet. Dargestellt sind der Hafen und die Unterstadt Hvar sowie die Festung auf der Anhöhe.  Kriegsaktivitäten sind keine dargestellt. Vor dem Eingang in den Hafen befinden sich die sog. Pakleni Inseln (Isole di Lisena). Im Süden ist die Insel  Šćedro (Torchola) mit der Kirche La Madona eingezeichnet. Ein Kompass befindet sich am linken Kartenrand und zeigt, dass die Karte 45 Grad in Richtung Westen gedreht ist. Die Bezeichnung im Atlas ist mit 15 nummeriert. Die Titelkartusche befindet sich am linken unteren Rand der Karte: LIESINA Insula nella Dalmatia patria di Demetrio locho delli S[igno]ri Illustriss[im]i Venetiani Insula riccha di terreni et bestiami Qual per longezza tien mill[ia] 60. largezza mill[ia] 25. In Venetia / apresso Gio[vann]i Franc[esc]o Camocio. Ein Autor hat gewöhnlich Karten, die er selber erstellt, vervollständigt oder korrigiert  hat unterschrieben und berücksichtigt man die schlecht dargestellten Umrisse von Hvar ist das eine der am wenigsten genauen Karten von Camocio der östlichen Adriaseite.

CAMOCIO, GIOVANNI FRANCESCO
CAMOCIO, GIOVANNI FRANCESCO (Camocius, Camotio, Cametti, Gioan, Joan Francisco) war ein venezianischer Kartograph, Herausgeber und Händler, seine aktivste Zeit war zwischen 1558 und 1575. Im Jahr 1552 erhielt er in Venedig die Lizenz als Buchhändler und Herausgeber mit der Bezeichnung Al segno della Pyramide. In seiner Kupferplattenwerkstatt wurden Karten und Veduten hergestellt, die er als Herausgeber mit apresso oder apud G.F. Camocio cum privilegio unterzeichnet hat. Die fruchtbarste Zeit in den 50er bis 70er Jahren des 16. Jahrhunderts markiert insbesondere in Italien den Höhepunkt bei der Herausgabe von Isolaren. Dabei handelt es sich um praktische und perspektifische Darstellungen einzelner Städte und Häfen, meist in kleinerem Maßstab und als Kupferstich ausgearbeitet. Diese Darstellung der Küsten sowie des Binnenlandes sind, im Gegensatz zu den früheren Portulanen, Ergebnis besonderer Landvermessungsarbeiten. Zusammen mit G. Rosaccio, G. Franco und S. Pinargenti war Camocio der namhafteste Vertreter dieser Tradition. Ihn hat insbesondere auch die östliche Adria, wo er seine Quellen und Topographen hatte, sehr interessiert und er hat somit mehrere Karten zu den kroatischen Gebieten ausgearbeitet. Seine bekanntesten Arbeiten sind Lombardia Atlantic aus dem Jahr 1560, welche er mit Forlani erstellt hat, weiters Dalmatia und Friaul, 1563, Isole Famose, 1563 und 1564, Griechenland, Italien und Neapel, alle 1566, Venedig, 1571 und Europa, 1579. Seine Kupferplatten wurden von Donato Bertelli übernommen. In dieser Zeit wurden die Platten verebt, verkauft oder übernommen und die Informationen auf diesen wurde oft zwischen den Kartographen und Herausgebern getauscht. Die bekanntesten Darstellungen unserer Gebiete sind Nova dissegno della Dalmatia et Crovatia, 1566, Istrien, 1569, und eine Vielzahl von ihm unterschriebener Karten im Isolar Isole famose, porti, fortezze e terre maritimme aus den Jahren 1571 und 1574 wobei hier nicht alle Karten seine Arbeiten sind. Auf ca. 20 Karten oder Veduten werden Gebiete des heutigen Kroatien dargestellt wobei er nur wenige selber unterschrieben hat, die er eigenständig verbessert oder mit einigen neuen Information versehen überarbeitet hat. Auf Grundlage seiner Karten von Dalmatien und Istrien kann geschlossen werden, dass ihm für bestimmte Gebiete qualitativ hochwertige Vorlagen oder Daten zur Verfügung standen, wie etwa die Karte von Istrien von Coppo aus dem Jahr 1525 während für andere Gebiete dies nicht der Fall war. Er hat auch die Arbeiten heimischer Kartographen veröffentlicht, etwa von Natale Bonifacius und Martin Rota, von denen er nachweislich kartographische Informationen für seine eigenen Arbeiten genutzt hat. Offensichtlich hat er gewissenhaft bewertet, welche Angaben er übernehmen wird und welche nicht, sodaß er auch einige öfters dargestellte Fehler korrigiert hat.
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